Passhöhe, Blick über die Nordrampe zum Hinterrheintal (20.07.2014)

Splügenpass /
Passo della Spluga

(2113 m)










Mit freundlicher Genehmigung des ADAC 2000




  

   
Der Splügenpass verbindet Thusis (726 m) mit Chiavenna (333 m) in Italien. Von Chiavenna bis zum Pass sind es 30 km, vom Pass bis Splügen sind es 10 km, vom Pass bis Thusis 36 km. Der Übergang wurde bereits von den Römern genutzt und bildet die Grenze zwischen den Ost- und Westalpen. Die Straße in ihrer heutigen Führung wurde 1823 fertig gestellt. Auf der Nordrampe sind 19 Kehren und maximal 11% Steigung, auf der Südrampe bis Chiavenna 13% Steigung, 9 Tunnel, 8 Galerien und 50 Kehren. Gleich nach Thusis verengt sich das Tal zu einer der berühmtesten Alpenschluchten, der Via Mala (siehe hierzu auch eigene Seite Viamala-Schlucht). Hier lohnt es sich anzuhalten, um einmal zum Grund der Schlucht hinabzusteigen. Kurz vor dem Pass auf der Nordrampe war man im Sommer 2009 dabei, alte Galerien zu restaurieren. Hier hat man auch einen schönen Blick auf die vielen engen Kehren. Das Passschild lag mit der Stange angelehnt am Zaun, zum Fotografieren musste ich es mir erst einmal etwas aufrichten.
2014 bin ich vom Pass aus ein Stück am Hang entlang gegangen, um die Serpentinen besser fotografieren zu können. Außerdem haben wir auf der Splügenroute kurz nach der Viamala-Schlucht noch Station in Zillis gemacht, um uns in der Kirche St. Martin die älteste erhaltene, figürlich bemalte Holzdecke Europas anzusehen. Nur drei weitere Bilderdecken aus dem Mittelalter haben sich bis heute erhalten, eine davon ist in St. Michael in Hildesheim.

Über den Splügenpass führte auch die Route des Lindauer Boten. Der Lindauer Bote (ital. Corriere di Lindo) war ein Transportdienst zwischen der ehemaligen Freien Reichsstadt Lindau und Mailand, der seit dem Mittelalter im Auftrag der Handelskammern beider Städte Nachrichten, Geld, kleinere Gebinde an Waren und ab Ende des 17. Jahrhunderts auch Reisende beförderte. So soll auch Goethe 1788 den Mailänder Boten bei der Rückkehr von seiner ersten Italienreise genutzt haben.
Wenn der Bote aus der Lombardei nach Lindau zurückkehrte, wurde der Dienst auch Mailänder Bote genannt. Da es von Lindau zunächst über den Bodensee ging und dann ab Fußach auf dem Landweg, die meisten Sendboten auch aus Fußach stammten, spricht man auch vom Fußacher Boten. Im Herbst 2014 haben die beteiligten Länder Deutschland, Österreich, Liechtenstein und die Schweiz jeweils eine Sonderbriefmarke zum Lindauer / Fußacher Boten herausgegeben.


                               
Scans von eigenen Briefmarken


Splügensee, Blick nach Süden (15.07.2009)

Fotoalbum